Russland öffnet Türen für vietnamesische Touristen: Ein neuer Hoffnungsschimmer für die Reisebranche
In den letzten Jahren hat sich die Reisebranche in Russland drastisch verändert. Der Rückgang an Touristen aus Europa ist nicht zu übersehen. Von mehr als fünf Millionen Besuchern im Jahr 2019 sind nur noch rund 160.000 im Jahr 2025 übrig geblieben. Das ist schon eine ziemliche Delle, wenn man bedenkt, dass viele Reisende durch gestrichene Direktflüge, Einschränkungen bei Zahlungskarten und die westlichen Sanktionen nach dem Ukraine-Konflikt 2022 abgeschreckt wurden. Aber jetzt gibt es eine neue Entwicklung, die die Aufmerksamkeit auf sich zieht: Russland hat die visafreie Einreise für vietnamesische Staatsangehörige eingeführt!
Diese Regelung, die seit Donnerstag gilt, betrifft nicht nur Touristen, sondern auch Geschäftsreisende, Mitglieder offizieller Delegationen und Transitpassagiere. Allerdings, und das ist wichtig zu wissen, brauchen Vietnamesen weiterhin ein Visum, wenn sie dauerhaft in Russland leben, arbeiten oder studieren möchten. Diese Maßnahme kommt nicht von ungefähr. Russland versucht, den Rückgang westlicher Besucher auszugleichen und den Tourismus aus Asien und dem Nahen Osten zu fördern. Und das scheint zu funktionieren – im ersten Halbjahr 2026 stieg die Zahl vietnamesischer Besucher in Russland um 69 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Ziemlich beeindruckend, oder?
Ein Blick auf die Zahlen
Die russischen Reiseveranstalter sind optimistisch und erwarten einen weiteren Anstieg der vietnamesischen Touristen um 25 bis 30 Prozent nach Wegfall der Visumpflicht. Vietnam hat sich mittlerweile zum drittbeliebtesten Reiseziel für russische Reisende gemausert. Umgekehrt haben auch die Zahlen der russischen Besucher in Vietnam einen bemerkenswerten Anstieg erfahren: 1,134 Millionen Gäste in den ersten neun Monaten 2026 – ein Plus von 160 Prozent! Das zeigt, wie stark die Verbindungen zwischen diesen beiden Ländern gewachsen sind.
Eine weitere interessante Entwicklung ist die visafreie Regelung zwischen Russland und China, die Ende 2025 eingeführt wurde. Zwar stieg die Zahl chinesischer Touristen in Russland, doch blieb das Wachstum hinter den Erwartungen zurück. Die russische Regierung hofft, bis Ende 2026 etwa 4,2 Millionen chinesische Besucher zu begrüßen. Der Grund für die gedämpften Zahlen könnten Sicherheitsbedenken sein, die unter anderem durch Berichte über Drohnenvorfälle an Moskauer Flughäfen geschürt werden.
Herausforderungen für den Tourismus
Der internationale Tourismus in Russland steht jedoch vor einigen Herausforderungen. Im ersten Halbjahr 2026 verzeichnete Rosstat 2,99 Millionen touristische Reisen – das sind 19,6 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum und der niedrigste Wert seit 2021. Auch die Nachfrage aus China ist gesunken, trotz der erleichterten Bedingungen für ausländische Besucher seit 2023. Die Branche sieht sich mit verschiedenen Belastungen konfrontiert: die Eskalation im Nahen Osten, Einschränkungen im Flugverkehr und Berichte über Kraftstoffkrisen. Das alles macht Reisen nicht gerade einfacher.
Zusätzlich kämpfen Hotels mit sinkenden Auslastungen und Preisen. In Moskau beispielsweise sank die durchschnittliche Hotelauslastung im ersten Halbjahr um zwei Prozentpunkte auf 69 Prozent. Luxushotels litten noch mehr, mit einem Rückgang von acht Prozentpunkten. Viele Hotels senkten ihre Preise, um Gäste zu gewinnen – das zeigt, wie sehr die Branche unter Druck steht. Trotz der steigenden Zahlen in einigen Quellen bleibt die Branche skeptisch, ob der Rückgang bis zum Jahresende ausgeglichen werden kann. Die Unsicherheiten sind einfach zu groß.
Und während sich Vietnam neutral verhält und keine Waffen an die Ukraine liefert, bleibt die Frage, wie sich diese geopolitischen Spannungen auf den Tourismus auswirken werden. Die Zukunft des Reisens in und nach Russland ist ungewiss, aber die Bemühungen, den asiatischen Markt zu erschließen, könnten der Schlüssel sein. Richten wir unseren Blick also auf die kommenden Monate und hoffen auf positive Entwicklungen! Wer weiß, vielleicht wartet das nächste große Abenteuer ja schon um die Ecke.
