Rettungsaktion für die Alborella: Peschiera del Garda schafft neue Laichplätze am Gardasee
Die Gemeinde Peschiera del Garda am Gardasee hat sich eine ehrgeizige Mission auf die Fahnen geschrieben. Mit einem mutigen Schritt, der mehr als 200 Tonnen sauberem, gewaschenem Kies umfasst, will sie dem Artensterben im Gardasee entgegenwirken. Ja, genau! Über 100 Säcke, jeder mit rund 1,8 Tonnen Kies gefüllt, wurden im Wasser versenkt – und das alles, um einen kleinen, aber wichtigen Karpfenfisch, die Alborella (oder Ukelei, wie wir hier sagen), zu retten.
Die Alborella war einst der Star unter den heimischen Fischen. Seit den 1990er-Jahren ist sie jedoch fast verschwunden. Die Gründe sind vielfältig: Verlust geeigneter Laichplätze, Umweltbelastungen und invasive Fischarten, die ihr das Leben schwer machen. Das neue Projekt, das den klangvollen Namen „Parco Ittiogenico Sperimentale“ trägt, soll nun helfen, neue Laichplätze zu schaffen. Und das geschieht nicht irgendwo, sondern genau dort, wo der Seegrund bislang vor allem aus Schlamm bestand.
Die neuen Laichplätze und ihre Überwachung
Die Initiative wird von Filippo Gavazzoni geleitet, dem Vizepräsidenten der Comunità del Garda und Vizebürgermeister von Peschiera del Garda. Er und sein Team sind fest entschlossen, die Ukelei zurückzubringen. Die neuen Kiesflächen werden mit Kameras und Beleuchtung überwacht – ein bisschen wie ein Reality-TV für Fische, könnte man sagen! So wird die biologische Aktivität der frisch ausgelegten Laichplätze dokumentiert. Es ist schon spannend zu sehen, dass kurz nach dem Auslegen des Kieses bereits mehrere Döbel, die ebenfalls heimische Fische sind, die neuen Flächen inspizierten. Sie haben, wie die Alborellen, eine Vorliebe für kiesige Laichgründe – vielleicht ein gutes Zeichen?
Besonders wichtig ist, dass diese neuen Kiesflächen abseits von Badezonen liegen. Schwimmer und Boote sind nämlich nicht gerade die besten Freunde der Ukelei. Ihre Störungen zählen zu den Hauptgründen für den Rückgang dieser kleinen Fische. Um das ökologische Gleichgewicht weiter zu unterstützen, stellt Veneto Agricoltura auch vorgezogene Pflanzinseln aus einheimischem Material bereit, die später in der Nähe der neuen Laichplätze im See verankert werden sollen. Hier wird beobachtet, ob die Alborellen diese neuen Flächen annehmen und ob die Pflanzeninseln anwachsen. Ein echtes Experiment, das in den kommenden Wochen weiter untersucht wird!
Die Herausforderungen im Gardasee
Doch der Gardasee hat noch viele weitere Herausforderungen zu bewältigen. Eine der größten Bedrohungen kommt aus den Tiefen des Wassers: der Wels. Diese Raubfische, die bis zu drei Meter lang werden können, haben sich in den letzten Jahren stark verbreitet. Fischer nennen sie nicht ohne Grund die „Monster des Gardasees“. Die gebietsfremde Art sorgt für ein Ungleichgewicht im ökologischen Gefüge des Sees. Um dem entgegenzuwirken, plant die Region Lombardei, speziell ausgebildete Fischer zur gezielten Entnahme der Welse einzusetzen. Ein spannendes Projekt, das zeigt, wie wichtig ein aktives Bestandsmanagement ist.
Die Situation ist also komplex. Hier kämpfen Menschen nicht nur gegen das Artensterben der kleinen Alborella, sondern auch gegen die invasiven Welse, die in den letzten Jahren immer mehr heimische Arten verdrängen. Unter anderem auch den Carpione, eine Salmonidenart, die es ausschließlich im Gardasee gibt und deren Bestand stark unter Druck steht. Es wird viel unternommen, um das Ökosystem zu schützen, und die Gemeinden wollen den Fischern eine aktivere Rolle dabei einräumen. Gezielte Welsfangtage, neue Netze mit größeren Maschen – all das sind Schritte in die richtige Richtung.
Die Zukunft des Gardasees bleibt also spannend. Mit dem Experiment in Peschiera del Garda wird ein mutiger Schritt gewagt, um die Ukelei zurückzuholen und das fragile Gleichgewicht im Wasser zu bewahren. Lassen wir uns überraschen, wie sich die Dinge in den kommenden Wochen entwickeln werden!
