Für viele Menschen sind Reisen die Möglichkeit, dem Alltag zu entfliehen und neue Horizonte zu entdecken. So auch für drei Reisende, die sich mit 220 Jahren geballter Lebenserfahrung auf ein Abenteuer per Interrail begaben. Ziel war die italienische Stadt Verona, um die Oper „La Traviata“ zu besuchen. Doch die Planung war alles andere als gewöhnlich. Anstatt sich ins Flugzeug zu setzen, entschieden sie sich für die umweltfreundlichere Variante und wählten die Bahn. Ein kluger Schritt, der nicht nur der Umwelt zugutekam, sondern auch die Schönheit Europas in all ihren Facetten offenbarte.

Los ging es in London, wo der Eurostar sie um 7:04 Uhr ab London St Pancras nach Paris kutschierte. Nach einem köstlichen Mittagessen im ikonischen Restaurant „Le Train Bleu“ am Gare de Lyon, ging es weiter nach Basel und von dort nach Zürich. Die Stadt empfing sie mit offenen Armen. Ihr Hotel lag nur fünf Gehminuten vom Bahnhof entfernt – ein echter Glücksgriff.

Die Alpenüberquerung mit dem Bernina-Express

Die nächste Etappe führte sie von Zürich über Chur nach Tirano – eine Strecke, die es in sich hatte. Der Bernina-Express, bekannt für seine spektakulären Ausblicke, nahm sie mit auf eine viereinhalbstündige Fahrt durch die Alpen. Die Strecke ist nicht nur eine Ingenieurskunst, sondern bietet auch atemberaubende Landschaften: Das Landwasser-Viadukt, 196 Brücken und 55 Tunnel – ein echtes Meisterwerk! Besonders der Alp-Grüm-Gletscher, der rund 2.100 Meter hoch liegt, hinterließ bleibenden Eindruck. Und dann noch das berühmte Kreisviadukt von Brusio – einfach nur wow!

Wie ein Gemälde zogen die Landschaften an ihnen vorbei. Der Wechsel von hochalpin zu südalpin war wie eine Reise durch verschiedene Welten. Der Zug durchquert dabei mehrere Kehrtunnel, was die Fahrt besonders spannend machte – ein echtes Erlebnis! Und für alle Hobbyfotografen: Die besten Motive findet man nicht nur an einem Punkt, sondern entlang der gesamten Strecke.

Verona und die Oper

In Verona angekommen, war das erste Ziel die altehrwürdige Altstadt, die mehr als 2.000 Jahre Geschichte atmet. UNESCO-Weltkulturerbe, das ist schon ein Wort, und hier wird es lebendig. Fresken, Renaissance-Architektur und natürlich der berühmte Balkon von Julia – ein Muss! Und dann die Arena di Verona, ein beeindruckendes antikes Bauwerk, das 15.000 Menschen Platz bietet. Hier erlebten sie die Oper „La Traviata“ – ein Erlebnis, das mehr als 300 Darsteller auf die Bühne brachte und die Herzen der Zuschauer im Sturm eroberte.

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Die Rückreise führte sie über Mailand zum malerischen Comer See. Ein Hotel mit Blick auf das frühere Zuhause von George und Amal Clooney – sie fühlten sich wie VIPs! Kurz vor der Abreise jedoch: ein landesweiter Bahnstreik in Italien. Doch das Trio blieb gelassen, nahm einen Bus zum nächsten Bahnhof und setzte die Reise mit einem kurzfristig verkehrenden Zug nach Lugano fort. Abenteuer pur!

Ein Rückblick auf die Reise

Insgesamt dauerte die Reise acht Tage, bei denen sie drei Länder bereisten, 14 Züge bestiegen und rund 2.100 Kilometer zurücklegten. Ein Interrail-Pass für sieben Reisetage in der ersten Klasse hatte jeder erworben. Für 445 Euro pro Person, ein Preis, der sich mehr als gelohnt hat. Und die Reisenden waren sich einig: Das Alter war keine Einschränkung, sondern eher eine Bereicherung, die ihnen half, die Reise in vollen Zügen zu genießen.

Interrail, das Bahnticket-System, das seit 1972 besteht, hat es ermöglicht, Europa auf eine Art und Weise zu erkunden, die mit dem Flugzeug nicht möglich wäre. Über 30.000 Reiseziele in 33 Ländern warten darauf, entdeckt zu werden. Die Möglichkeiten sind schier endlos – von der klassischen Mittelmeerroute bis hin zur Schweizer Alpen-Route, die mit dem Bernina-Express und Glacier Express gespickt ist. Und das Beste? Die Züge sind umweltfreundlich und reduzieren den CO₂-Ausstoß erheblich im Vergleich zu Flugreisen.

Ein weiterer Punkt: Die Interrail-App, die seit 2019 verfügbar ist, erleichtert die Planung erheblich. Ob Verbindungssuche oder Reservierungen – alles ist nur einen Klick entfernt. So wird das Reisen nicht nur einfacher, sondern auch nachhaltiger. Wer also noch zögert, sollte einfach loslegen und die Schönheit Europas auf Schienen entdecken!