Von Pöttmes nach Singapur: Timon Götz trampen für ein nachhaltiges Abenteuer
Stell dir vor, du bist ein Abenteurer mit einem 35-Liter-Rucksack, der nach dem ersten großen Trip durch Lateinamerika nun per Anhalter von Pöttmes nach Singapur reist. Genau das macht Timon Götz, ein 33-jähriger Pöttmeser. Seit Mitte Oktober ist er unterwegs und plant, die mehr als 10.000 Kilometer in etwa sechs Monaten zu bewältigen. Abenteuerlustig durchstreift er die Straßen Europas und Asiens, auf der Suche nach außergewöhnlichen Reiseerlebnissen und direktem Kontakt zu Menschen. Ja, richtig gehört: Trampen ist für ihn die authentischste Art zu reisen!
Am 13. Reisetag ging es für Götz über Österreich, Ungarn, Serbien und Nordmazedonien direkt nach Griechenland. Ein Fahrer nahm ihn mit, als es in Strömen goss, und lud ihn anschließend zu einem herzlichen Abendessen bei sich zu Hause ein. In Thessaloniki angekommen, hat er gleich seine Umgebung erkundet und an seinem Reiseblog gearbeitet. Seine Erlebnisse teilt er auch auf Instagram. Man könnte sagen, sein Leben ist wie ein offenes Buch – nur dass die Seiten noch beschrieben werden müssen! Am Abend ließen ihn zwei Frauen scherzhaft wissen, er solle doch im Land bleiben. Einladungen dieser Art sind für Götz nicht ungewöhnlich – er hat in Griechenland bereits von sieben verschiedenen Personen eine Mitfahrgelegenheit erhalten.
Die Routenplanung: Flexibilität als Schlüssel
Sein weiterer Weg ist noch offen. Ursprünglich plante Götz, durch den Iran zu reisen, doch die militärischen Auseinandersetzungen in der Region haben ihn umdenken lassen. Stattdessen denkt er an Alternativen wie die Türkei, Georgien, Aserbaidschan oder auch den Irak und Saudi-Arabien. Die Unsicherheit der Routenplanung bereitet ihm jedoch keine schlaflosen Nächte. Ganz im Gegenteil: Er genießt die Freiheit, sich nicht an einen festen Zeitplan binden zu müssen. Das klingt fast nach einem Traum, oder? Besonders, wenn man bedenkt, dass er mit einem Budget von etwa 1.000 Euro pro Monat auskommt und seine Ersparnisse als Kfz-Meister dafür nutzt.
Natürlich gibt es auch Herausforderungen. Die Einreise nach Aserbaidschan ist nur per Luftweg möglich, und die Temperaturen in Kasachstan sind nicht gerade einladend für einen Trampenden. Für die Weiterreise von Oman nach Pakistan muss er eine Fähre über die Straße von Hormus nehmen – eine weitere Region, die nicht gerade für ihre Stabilität bekannt ist. Ein kurzer Flug könnte die Lösung sein, falls die Überfahrt nicht klappt. Auch wenn man beim Trampen oft auf die Gastfreundschaft der Menschen angewiesen ist, bleibt es nicht immer einfach.
Gesundheit und Sicherheit in Singapur
Auf seiner Reise denkt Götz auch an die Gesundheit – insbesondere, wenn es um die Luftverschmutzung in Singapur geht. Momentan sorgt der „Haze“, verursacht durch Waldbrände in Indonesien, für eine smogähnliche Luftqualität. Besonders für Menschen mit Vorerkrankungen könnte das problematisch sein. Achten sollte er auch auf die medizinische Versorgung vor Ort, die zwar auf europäischem Niveau ist, aber private Krankenhäuser haben ihren Preis. Eine Auslandsreisekrankenversicherung ist hier dringend empfohlen.
Aber nicht nur gesundheitliche Belange sind wichtig, auch die Sicherheit. Singapur gilt als sicher, jedoch gibt es eine allgemeine terroristische Bedrohung. Konkrete Hinweise auf unmittelbare Gefahren liegen nicht vor, dennoch sollte man wachsam sein. Götz wird sich auch mit den rechtlichen Besonderheiten auseinandersetzen müssen. Verhaltensregeln sind strikt – vom Rauchverbot in der Öffentlichkeit bis hin zu hohen Strafen für das Wegwerfen von Abfall. Auf der anderen Seite ist die Kriminalität niedrig, was ein beruhigendes Gefühl gibt.
Die Reise als Lebensstil
Es ist nicht nur eine Reise für Timon Götz, sondern auch eine Einstellung. Trampen ermöglicht es ihm, mit den Menschen in Kontakt zu treten und Geschichten zu teilen, die weit über das übliche Touristenleben hinausgehen. Er hat in Griechenland nicht nur die Kultur, sondern auch die Gastfreundschaft der Einheimischen kennengelernt. Zu seinen Erlebnissen gehören nicht nur Mitfahrgelegenheiten, sondern auch die Interaktionen, die er mit verschiedenen Personen hat. Eine Familie hier, ein ehemaliges Gastarbeiterehepaar dort – jeder Kontakt fügt ein weiteres Kapitel zu seiner Geschichte hinzu.
Die Idee des Overland Travel, also das Reisen ohne Flugzeug, umweltbewusst und nachhaltig, wird immer beliebter. Der Zug verursacht etwa 14 g CO₂ pro Personenkilometer, während das Flugzeug mit 255 g deutlich schlechter abschneidet. Immer mehr Menschen interessieren sich für alternative Reisemöglichkeiten, die nicht nur die Umwelt schonen, sondern auch tiefere Einblicke in Kulturen und Länder bieten. Timon Götz ist ein Teil dieser Bewegung – und sein Abenteuer hat gerade erst begonnen.
