Tierschutz im Tourismus: Warum Elefantenreiten der Vergangenheit angehört
Die Welt der touristischen Tiererlebnisse ist ein weites Feld, das oft im Zwiespalt zwischen Abenteuer und Tierschutz steht. Schon lange gehörte das Reiten auf Elefanten zu den absoluten Favoriten unter den Reisenden. Doch die Zeiten ändern sich! Immer mehr Anbieter setzen sich kritisch mit diesen Angeboten auseinander. Stattdessen boomen Aktivitäten wie Safaris, Walbeobachtungen und der Besuch von Auffangstationen. Diese Entwicklungen sind nicht nur ein Trend, sondern auch ein Zeichen dafür, dass das Bewusstsein für den Tierschutz in der Reisebranche wächst.
Umso wichtiger ist es, dass Reisende und Veranstalter sich der Verantwortung bewusst sind, die sie für die Tiere tragen. Tierschutzorganisationen, Medien und vor allem die Verbraucher beobachten diese Angebote seit Jahren mit Argusaugen. Es ist an der Zeit, dass alle Beteiligten ein Umdenken vollziehen und problematische Angebote aus dem Sortiment streichen. Wenn wir ehrlich sind, wollen wir alle die Tiere respektvoll behandeln und ihnen ein würdiges Leben ermöglichen.
Alternativen zu problematischen Angeboten
Anlässlich des Welt-Elefanten-Tags am 12. August ruft die Organisation VIER PFOTEN dazu auf, tierquälerische Elefantenangebote zu meiden. Das Reiten, die Teilnahme an Shows oder das Posieren für Selfies mit diesen majestätischen Tieren sind in vielen Ferienregionen nach wie vor verbreitet. Aber: Elefanten sind Wildtiere, keine Haustiere. Sie werden oft von ihren Müttern getrennt und unter extremen Bedingungen trainiert. Die Methoden, die dabei zum Einsatz kommen, basieren auf Angst und Schmerz. Das ist einfach nicht akzeptabel.
In der freien Wildbahn leben Elefanten in großen Familienverbänden und legen enorme Distanzen zurück. Im Gegensatz dazu sind ihre Lebensräume in touristischen Einrichtungen meist stark eingeschränkt. Da kann ich nur den Kopf schütteln! Elefantenreiten wird oft unter erbärmlichen Bedingungen durchgeführt – Hitze, lange Zeiträume und ungeeignete Untergründe belasten die Gesundheit dieser Tiere enorm. Und die Anbieter, die jetzt andere Aktivitäten wie Baden oder Füttern als „ethisch“ vermarkten, täuschen oft darüber hinweg, dass auch diese Tiere ein ähnliches Training durchlaufen müssen.
Respektvolle Begegnungen mit Tieren
Die tierfreundlichste Möglichkeit, Elefanten zu begegnen, besteht darin, sie in ihrem natürlichen Lebensraum zu beobachten, beispielsweise während einer Safari in einem Nationalpark. Wichtig ist, die Tiere nicht zu bedrängen oder zu füttern – einfach nur das Erlebnis genießen und sie nach einer Weile in Ruhe lassen. Besuche in seriösen Schutzzentren können ebenfalls eine gute Option sein. Allerdings aufgepasst: Die Begriffe „Schutzzentrum“ und „Rehabilitationszentrum“ sind nicht geschützt. Daher sollte man darauf achten, dass solche Einrichtungen keinen direkten Kontakt zwischen Menschen und Elefanten ermöglichen, keine Shows veranstalten und die Tiere artgerecht versorgen.
Pro Wildlife bringt es auf den Punkt: Angebote, die direkten Kontakt zu Wildtieren beinhalten, sind problematisch. Ein Beispiel sind die Elefanten in Thailand, wo rund 3.000 dieser Tiere in touristischen Einrichtungen gehalten werden. Neben dem Reiten werden auch Baden und Füttern als Alternativen angeboten, die jedoch ebenso kritisch zu betrachten sind. Die Organisation fordert dringend verbindliche Tierschutzstandards für die Reisebranche und eine Berücksichtigung des Tierwohls in Nachhaltigkeitsrichtlinien.
Es ist an der Zeit, dass sowohl Reisende als auch Veranstalter die Verantwortung für den Tierschutz übernehmen. Wir sollten die Stimme für die Tiere erheben und uns für respektvolle Begegnungen einsetzen. Denn der Urlaub soll uns nicht nur Freude bringen, sondern auch ein gutes Gefühl hinterlassen – für uns und die Tiere, die wir auf unserer Reise treffen.
