Mild oder schneereich? Prognosen für den Winter 2026/2027 in den Alpen im Fokus
Heute ist der 21.10.2026 und die Vorfreude auf den Winter ist spürbar. Doch was erwartet uns in den kommenden Monaten in den schneereichen Alpen? Erste Modellprognosen für den Winter 2026/2027 deuten in Österreich und Mitteleuropa auf einen eher milden Winter mit unterdurchschnittlichen Schneemengen hin. Der GeoSphere-Austria-Meteorologe Gerhard Hohenwarter warnt jedoch davor, voreilige Schlüsse zu ziehen. „Die Detailprognosen für die Alpen sind kaum möglich“, erklärt er und macht deutlich, dass in den Gebirgen große regionale Unterschiede auftreten, die globale Wettermodelle oft nur unzureichend erfassen. Langfristige Vorhersagen können sich innerhalb weniger Wochen dramatisch ändern – man kann also nicht alles glauben, was da auf den Modellen steht!
Im Augenblick sieht es so aus, als ob wir von November bis Januar überwiegend durchschnittliche Niederschlagsmengen erwarten dürfen. Doch wie viel davon als Schnee fällt, hängt ganz entscheidend von den Temperaturen ab. Hohenwarter ist da vorsichtig und erinnert uns daran, dass frühere Modellberechnungen oft ganz anders ausgesehen haben. Spannend wird der Februar – hier rechnen die Modelle tendenziell mit mehr Niederschlag in Mitteleuropa. Ob das aber auch weiße Pracht bringt, bleibt abzuwarten.
El Niño und seine Auswirkungen
Jetzt kommen wir zu einem interessanten Phänomen: El Niño. Hohenwarter erklärt, dass El Niño-Winter in Österreich sowohl schneereich als auch schneearm sein können. Eine klare Tendenz gibt es bei den Temperaturen: Kalte Winter während El Niño sind äußerst selten. Dieses Wetterphänomen, das durch eine ungewöhnlich starke Erwärmung des Oberflächenwassers im zentralen und östlichen tropischen Pazifik entsteht, hat auch Auswirkungen auf die Wetterlagen in Europa. Das Besondere an El Niño ist, dass seine Signale Österreich oft nur abgeschwächt erreichen. Wichtigere Faktoren sind die atlantisch-europäische Zirkulation und der langfristige Klimawandel.
Interessanterweise herrschen laut der US-Klimabehörde NOAA bereits El-Niño-Bedingungen, die sich in den kommenden Monaten verstärken könnten. Für Jänner bis März 2027 wird sogar ein starker bis sehr starker El Niño wahrscheinlich. Daher muss man auch im Hinterkopf behalten, dass aufgrund dieser globalen Modelle keine konkreten Regionalprognosen abgeleitet werden können. Hohenwarter warnt: „Die auffällige Schneeprognose für den Alpenraum ist angesichts der regionalen Gegebenheiten noch fraglich.“
Was uns der Winter bringt
Für den gesamten Winter wird in weiten Teilen Mitteleuropas mit unterdurchschnittlichen Niederschlagsmengen gerechnet. Im Süden der Alpen könnte es im Frühwinter etwas mehr Niederschlag geben, während im Spätwinter der Norden profitieren könnte. Für das Dreiländereck Österreich–Schweiz–Italien werden stellenweise sogar mehr Schneemengen als im langjährigen Mittel vorhergesagt! Vorarlberg, Tirol und Südtirol stehen hier im Fokus. Aber wie immer gilt: Die Prognosen sind unsicher und können sich in den kommenden Monaten stark verändern.
Am Arlberg, einem beliebten Ziel für Wintersportler, fallen durchschnittlich etwa sieben Meter Schnee pro Winter. Das klingt nach einem Paradies für Skifahrer! Doch auch hier ist Geduld gefragt, denn die aktuellen Wettermodelle zeigen, dass wir uns auf einen Winter einstellen müssen, der vielleicht nicht so schneereich ausfällt, wie wir es uns wünschen. Das winterliche Vergnügen kann also auch mit weniger Schnee Spaß bringen, wenn man sich in die richtige Stimmung versetzt – die Alpen haben schließlich mehr zu bieten als nur Pulverschnee.
Ein bisschen Sonne, die frische Bergluft und die gesellige Atmosphäre in den Hütten machen auch aus einem schneearmen Winter ein Erlebnis, das man nicht so schnell vergisst. Also, auf geht’s, genießt die Vorfreude und haltet die Augen offen für die Wetteränderungen – der Winter hat oft seine eigenen Überraschungen parat!
