Fremd bin ich eingezogen, fremd zieh ich wieder aus: Eine literarische Reise zwischen Heimat und Italien
Am Donnerstag, dem 12. November 2026, ist es endlich so weit! Um 18 Uhr wird im Dreiländermuseum ein besonderer Lese-Vortrag stattfinden, der die Herzen der Literatur- und Kulturfreunde höher schlagen lassen wird. Unter dem Titel „Fremd bin ich eingezogen, fremd zieh ich wieder aus“ lädt der Referent Siegert Kittel zu einer spannenden literarischen und kulturgeschichtlichen Reise zwischen Heimat und Fremde ein. Zugegeben, das klingt nach einer aufregenden Entdeckungsreise – und das ist es auch!
Die Veranstaltung ist Teil der Sonderausstellung „Zuhause – unterwegs. Was Menschen bewegt“. Hier wird das Verhältnis zur Heimat als ein faszinierendes Spannungsfeld beleuchtet. Heimat gibt uns Halt, gleichzeitig zieht es uns in die weite Welt. Kittel wird insbesondere die italienische Sehnsucht der Deutschen unter die Lupe nehmen. Italien, dieser Sehnsuchtsort schlechthin, wird oft mit Licht, Kunst und einer anderen Lebensart assoziiert. Seit der Romantik haben viele Deutsche den Süden als Ausdruck ihrer Sehnsucht entdeckt. Man denke nur an Goethes Vater, der die Alpen überquerte, oder an die deutsche Kolonie in Rom – das waren bereits frühe Spuren dieser Faszination.
Eine Reise durch die Geschichte
Die deutsche Italiensehnsucht ist kein neues Phänomen, sondern reicht bis in die ältesten historischen Traditionen zurück. Bereits im Heiligen Römischen Reich verstand man sich als Fortsetzung des antiken Römischen Reiches. Rom war nicht nur der Ort der Kaiserkrönung, sondern auch ein Ziel für viele Künstler und Dichter. Die „Renovatio imperii“ war für Figuren wie Otto III. und Friedrich Barbarossa ein zentrales politisches Programm, und Italien war dabei immer im Fokus. Es ist fast so, als wäre Italien ein Magnet gewesen, der Künstler und Denker aus allen Ecken des Reiches anzog, um das Glanzlicht der Stauferzeit zu erahnen.
In der Renaissance wurde Italien dann zum Zentrum kultureller Erneuerung und blieb bis ins 19. Jahrhundert ein beliebtes Studienziel für bildende Künstler. Man kann sich lebhaft vorstellen, wie Maler und Dichter in Rom lebten, oft als „Deutsch-Römer“ bezeichnet, und wie sie sich von der Schönheit des Landes inspirieren ließen. Goethe selbst war ein leidenschaftlicher Reisender, der mit seiner „Italienischen Reise“ ein ganzes Zeitalter prägte. Diese Reise löste eine Welle von Reisebeschreibungen aus und machte Italien populär bei Künstlern und Bildungsbürgern. Wer könnte es ihm verdenken? Das idealisierte Italien, das er beschrieb, war ein Ort voller antiker Geschichte und atemberaubender Landschaften.
Ein Abend voller Erkenntnisse
Im Vortrag von Kittel wird auch die Anziehungskraft des Fremden und der Zusammenhang zwischen Fernweh und Heimweh thematisiert. Es ist schon erstaunlich, wie sehr uns die Ferne anzieht und gleichzeitig das Vertraute in der Heimat Halt gibt. In der Kunst und Literatur finden wir unzählige Beispiele, die diese Dualität beschreiben. Von den großen Dichtern und Malern wie Goethe, Tischbein oder Hackert bis hin zu den Musikern des 19. Jahrhunderts, die ihre Inspiration aus Italien schöpften – die Liste ist lang und beeindruckend.
Für all diejenigen, die sich für Kunst, Kultur und die tiefen menschlichen Gefühle der Sehnsucht interessieren, ist dieser Vortrag ein absolutes Muss! Es ist kein Eintritt erforderlich, eine Anmeldung ist nicht nötig – eine Kollekte wird erbeten. Vielleicht lässt sich ja der eine oder andere dazu inspirieren, selbst auf Reisen zu gehen oder die eigenen Erlebnisse zu reflektieren. Denn wie Kittel in seinem Vortrag zeigen wird: Die Auseinandersetzung mit der Heimat und der Ferne ist eine Reise, die nie endet.
