Der Fondaco dei Tedeschi, ein prachtvolles historisches Gebäude direkt am Canal Grande in Venedig, hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Nach dem Rückzug des Luxuskonzerns DFS ist die Zukunft des Bauwerks nun geklärt. Venedig hat sich das ehrwürdige Gemäuer geschnappt – und das bedeutet für uns, dass wir auch in den nächsten Jahren in den Genuss kommen, die vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten zu erleben.

Bis mindestens 2027 soll der Fondaco als Ort für temporäre Ausstellungen, Biennale-Pavillons, exklusive Privatveranstaltungen und sogar Filmproduktionen dienen. Eine dauerhafte Einzelhandelsnutzung bleibt weiterhin ein Thema, das bisher noch nicht konkretisiert wurde. Die Immobiliengesellschaft Dekus hat diese Übergangslösung mit der Stadt Venedig abgestimmt, während die Eventagentur Art Events die Organisation in die Hand nimmt. Also, ein bisschen wie ein kreatives Schaufenster, das uns immer wieder neue Einblicke in die Kunst- und Eventszene der Stadt gewährt!

Einblicke und Veranstaltungen

Besonders spannend wird es im September 2026, wenn Tiffany & Co. das Gebäude für Gala-Dinner zur Präsentation ihrer Schmuckkollektion „Blue Book 2026: Hidden Garden“ nutzt. Und das ist nur der Anfang! Auch im Jahr 2027 sind ähnliche Veranstaltungen von Mode- und Schmuckmarken in Planung. Die Panoramaterrasse, die einen atemberaubenden Blick auf die Rialtobrücke bietet, wird außerdem wieder für Besucher geöffnet. Zehn Öffnungstage sind bis Ende 2026 geplant, mit der ersten Sonderöffnung am 26. Oktober 2026, von 10:00 bis 18:00 Uhr. Wer also einen Blick auf die eindrucksvolle Aussicht erhaschen möchte, sollte sich schnell um einen kostenlosen Eintritt kümmern – eine Vorabreservierung über das Portal von Art Events ist erforderlich!

Die Besuche werden in 30-Minuten-Zeitfenstern organisiert, wobei pro Zeitfenster maximal 30 Personen teilnehmen können. Das klingt nach einer perfekten Gelegenheit, um in der magischen Atmosphäre Venedigs ein bisschen zu flanieren, ohne gleich von der Menschenmenge erdrückt zu werden. Der letzte Einlass am 26. Oktober ist um 17:30 Uhr, und nach der Buchung erhält jeder Besucher einen persönlichen QR-Code für den Eintritt. Und keine Sorge, auch Menschen mit Behinderungen haben Zugang – das ist einfach wichtig, oder?

Ein Blick in die Geschichte

Doch was macht den Fondaco dei Tedeschi so besonders? Ursprünglich war dieser Ort die Niederlassung deutscher Kaufleute am Canal Grande, eine zentrale Anlaufstelle für Händler aus Nord- und Mitteleuropa. Erstmals urkundlich erwähnt wurde das Gebäude 1228. Im Laufe der Jahrhunderte war es nicht nur ein Handelsplatz, sondern auch ein Wohnort und Lagerhaus. Die deutsche Kaufmannstradition in Venedig reicht bis ins 13. Jahrhundert zurück, als die ersten Händler in der Pfarrei San Bartolomeo ihre Geschäfte betrieben.

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Die Geschichte des Fondaco ist von vielen Höhen und Tiefen geprägt. 1505 brannte das Gebäude nieder, doch Venedig ließ sich nicht unterkriegen und finanzierte den Wiederaufbau. Unter der Aufsicht von Künstlern wie Tizian und Giorgione erstrahlte das Bauwerk bald wieder in neuem Glanz. Später diente der Fondaco als Hauptpostamt, bis es 2008 an die Benetton Group verkauft wurde. Nach einem umstrittenen Umbau wurde es 2016 als Einkaufszentrum des Luxuskonzerns LVMH wiedereröffnet.

Die anhaltende Suche nach einem finanzstarken Hauptmieter für die Handelsnutzung zeigt, dass der Fondaco auch in Zukunft ein Ort des Wandels sein wird. Ob er sich wieder zu einem Luxushotel wandelt? Das ist derzeit nicht vorgesehen, und so bleibt uns allen nur zu hoffen, dass dieser historische Ort weiterhin ein lebendiges Zentrum für Kunst und Kultur bleibt.