Azoren: Ein unentdecktes Paradies zwischen Naturabenteuer und herzlicher Gastfreundschaft
Die Azoren, ein verstecktes Juwel im Atlantik, sind ein Ort, der sich dem Massentourismus noch weitgehend entzogen hat. Hier, auf der größten Insel São Miguel, beginnt die Reise im charmanten Hotel Senhora da Rosa, am Rand von Ponta Delgada. Ein bisschen abseits, aber genau das macht es besonders. Die Autorin erzählt von der herzlichen Gastfreundschaft und dem unaufgeregten Flair, das diesen Ort ausstrahlt. Die Azoren sind ursprünglich – und das ist erfrischend!
Die Gruppe wird von Gabriele Colleo geleitet, einem echten Insider, der mit seiner Agentur Azores Island Experience spannende Abenteuer anbietet. Wer Surfen am Praia Santa Bárbara oder Gleitschirmflüge über den Lagoa do Fogo ausprobieren möchte, ist hier genau richtig. Aber das Wetter, oh das Wetter! Und die Azoren sind bekannt dafür, dass ihre Launen sehr unberechenbar sein können. Ein geplanter Stadtspaziergang durch Ponta Delgada muss wegen eines heftigen Regens kurzerhand umgeschmissen werden. Stattdessen geht’s auf die Nordküste – ein Abenteuer, das die Gruppe nicht so schnell vergessen wird.
Keramikkunst und Küstenzauber
Auf dem Weg dorthin gibt es einen Zwischenstopp in der Keramikmanufaktur Cerâmica Vieira in Lagoa. Wer hätte gedacht, dass portugiesische Siedler im 15. Jahrhundert das Keramikhandwerk auf die Azoren brachten? In dieser letzten historischen Keramikfabrik São Miguels, die seit 1862 in Familienbesitz ist, wird immer noch von Hand gearbeitet. Fernanda Cordeero und ihre Kolleginnen produzieren wunderschöne Vasen, Tassen und Teller, die nicht nur die Haushalte der Insel schmücken, sondern auch einen Teil der lokalen Identität widerspiegeln. In jedem Stück steckt ein Stück Geschichte – und fast jeder Haushalt auf São Miguel hat ein Stück der „Louça da Lagoa“.
Die Fahrt führt weiter zum Fischerdorf Rabo de Peixe, das nicht nur für seine bunten Häuser und Fischerboote bekannt ist, sondern auch für eine dunkle Geschichte. Hier, wo der Name „Fischschwanz“ so viel mehr als nur die malerische Küste bedeutet, wurde 2001 ein Drogenschmuggel-Fall bekannt. Ein gescheitertes Segelboot, ein sizilianischer Schmuggler und 500 Kilogramm Kokain – das klingt wie ein spannender Krimi! Die Dorfbewohner fanden die Pakete, die an den Strand gespült wurden, und viele von ihnen dachten anfangs, es sei Mehl. Der Rest ist Geschichte, die in der Netflix-Dokumentation „Weißes Meer“ und der fiktionalen Serie „Turn of the Tide“ lebendig wird. Die Ereignisse haben Rabo de Peixe geprägt, und die Narben sind noch lange nicht verheilt.
Thermalkultur und kulinarische Entdeckungen
Ein geplanter Besuch der Thermalbecken Caldeira Velha fällt aufgrund eines Erdrutsches ins Wasser – aber kein Grund zur Traurigkeit! Stattdessen führt der Weg nach Furnas, dem Thermalort mit dampfenden Böden und dem charakteristischen Schwefelgeruch. Eintopf und Brot, traditionell in heißen Erdlöchern zubereitet, sind ein Erlebnis für sich! Aber auch dieser Programmpunkt wird wetterbedingt gestrichen. Ungeplant findet die Gruppe Unterschlupf im Wohnzimmer des Kochs Cláudio Pontes und genießt ein gemeinsames Essen – ein echtes Stück azoreanischer Gastfreundschaft.
Abends lockt das Thermalbad Poça da Dona Beija mit seinen heißen Quellen. Bei Regen in 39 Grad warmem Wasser zu baden, umgeben von üppigen Baumfarnen – das hat schon was Beruhigendes! Und die geplante Wanderung über historische Viadukte wird durch eine aufregende Buggy-Tour am Kratersee Sete Cidades ersetzt. Hier gibt es wechselhaftes Wetter – Regen, Sonne, Nebel und Wind – alles in einem! Man fragt sich, ob die Azoren das Wetter für jeden Besucher eigens zusammenstellen.
Ein Rückzugsort für die Seele
Das Hotel Senhora da Rosa wird bald zum Rückzugsort für die Autorin. Joana hat das Anwesen 2021 in ein „Nature and Tradition Hotel“ verwandelt. Ein Whirlpool in einer Ananasplantage? Ja, bitte! Reformer-Pilates und Wellnessangebote runden das Erlebnis ab. Hier, inmitten der Natur, findet man Ruhe und Entspannung. Die Azoren haben in den letzten Jahren immer mehr Natururlauber und Kulturinteressierte angezogen – kein Wunder, denn die Landschaften sind einfach atemberaubend!
Es gibt so viel zu entdecken auf São Miguel. Die kulinarischen Angebote sind vielfältig und bieten alles von frischen Meeresfrüchten bis zu lokalen Weinen. Gerichte wie Arroz de Lapas und Caldeirada de Congro machen jeden Aufenthalt zum Fest für die Sinne. Die beste Reisezeit ist der Sommer – in dieser Zeit sind die Temperaturen angenehm und die Regenwahrscheinlichkeit am niedrigsten. Aber auch der Frühling, wenn die Hortensien blühen und Wale vorbeiziehen, ist eine Überlegung wert.
Wer nach São Miguel reisen möchte, findet mit TAP Air Portugal eine bequeme Verbindung, die mehrmals täglich von verschiedenen deutschen Städten abfliegt. Ein Aufenthalt in Lissabon kann kostenfrei eingebaut werden – ein perfektes Extra, um die portugiesische Hauptstadt zu erkunden, bevor es auf die Inseln geht. Ein Abenteuer, das man sich nicht entgehen lassen sollte, denn die Azoren sind ein Ort, an dem die Natur noch unberührt ist und die Menschen einen mit offenen Armen empfangen.
