ZeitZentrum Zivilcourage in Hannover erhält Zertifikat „Reisen für Alle“ für barrierefreies Reisen
Am 3. November wurde im prächtigen Schloss Herrenhausen eine ganz besondere Urkunde überreicht: Das ZeitZentrum Zivilcourage in Hannover trägt nun das Zertifikat „Reisen für Alle“. Ein großer Schritt, der nicht nur das Engagement für Barrierefreiheit unterstreicht, sondern auch das Bewusstsein für die Bedürfnisse aller Besucher*innen stärkt. Wer sich nun auf den Weg dorthin macht, kann sich im Vorfeld detailliert über die Barrierefreiheit und Unterstützungsmöglichkeiten informieren – und das ist wirklich eine tolle Nachricht!
Das ZeitZentrum, das sich am Theodor-Lessing-Platz 1A in Hannover befindet, ist ein Lernort, der sich mit der hannoverschen Stadtgesellschaft im Nationalsozialismus auseinandersetzt. Ein Thema, das uns alle betrifft und für das es wichtig ist, auch entsprechende Zugänge zu schaffen. Im Rahmen des Programms „Reisen für Alle“, das vom niedersächsischen Wirtschaftsministerium und der Tourismus Niedersachsen GmbH ins Leben gerufen wurde, wurde das Zentrum nach einheitlichen Kriterien geprüft. Die Prüfergebnisse sind nun auch für die Öffentlichkeit zugänglich und sollen so die Planung eines Besuchs erleichtern.
Ein Schritt in die richtige Richtung
Die Berichte zur Barrierefreiheit decken verschiedene Bereiche ab: von Hören über Sehen bis hin zu Lernschwierigkeiten und Mobilität. Das ist nicht nur für Menschen mit Behinderungen wichtig, sondern auch für Familien mit kleinen Kindern oder ältere Menschen, die auf Kinderwagen oder Rollatoren angewiesen sind. In Niedersachsen werden immer mehr barrierefreie Urlaubsangebote entwickelt, die sich zwischen Nordsee und Harz erstrecken und vielfältige Urlaubserlebnisse ermöglichen. Das Ziel ist es, die Unsicherheit bei der Planung und die möglichen Hindernisse vor Ort zu reduzieren.
Mit über 400 geprüften Orten, Erlebnissen und Angeboten in Niedersachsen haben Reisende nun die Möglichkeit, auf verlässliche Informationen zur Barrierefreiheit zurückzugreifen. Schließlich möchte niemand vor verschlossenen Türen stehen oder sich über ungenügende Zugänge ärgern. Die Kennzeichnung „Reisen für Alle“ dient als Orientierung und bietet die Sicherheit, dass die gewählten Angebote zertifizierte Qualität und Komfort bieten.
Die Zahlen sprechen für sich
Kommen wir zu einer ernsten Tatsache: Rund 55 Millionen Deutsche unternehmen jährlich etwa 70,8 Millionen Urlaubsreisen im Inland. Dennoch reisen Menschen mit Behinderungen und ältere Menschen seltener. Laut dem Deutschen Tourismusverband haben 37 % bereits auf eine Reise verzichtet, weil es an barrierefreien Angeboten mangelte. Das sind alarmierende Zahlen, die uns nachdenklich stimmen sollten. Aber es gibt Hoffnung, denn 48 % würden bei einem größeren Angebot häufiger verreisen!
Das Projekt „Reisen für Alle“ wurde 2014 ins Leben gerufen und hat sich seitdem als ein wichtiges Instrument etabliert, um Barrierefreiheit im Tourismus zu fördern. Mehr als 3.000 Betriebe und touristische Angebote wurden mittlerweile geprüft, doch trotz aller Bemühungen gibt es in Deutschland noch keine flächendeckenden barrierefreien Tourismusangebote. Umso wichtiger ist es, dass wir diese Initiativen unterstützen und weiter verbreiten.
Die Kennzeichnungen zeigen, für welche Personengruppen ein Angebot geeignet ist und schaffen so Transparenz in der Angebotsvielfalt. Das ist nicht nur für Reisende von Vorteil, sondern auch für touristische Betriebe, die durch barrierefreie Angebote neue Zielgruppen erschließen und ihre Umsätze steigern können. Wer weiß, vielleicht ist der nächste Urlaub nicht nur ein Erlebnis für alle, sondern auch ein Schritt in eine inklusivere Zukunft!
