Weilburg, die charmante Stadt im Herzen Deutschlands, hat viel zu bieten, doch wie schafft man es, die Besucher länger als nur ein paar Tage zu halten? Marco Zietzschmann, der seit Sommer 2026 als Direktor des Schlosshotels und des Hotels Lahnschleife die Zügel in der Hand hält, hat bereits einige Ideen im Gepäck. Der gelernte Koch, der zuvor in der Hotellerie im Schwarzwald und in St. Goar tätig war, sieht in der historischen Altstadt, dem majestätischen Schloss, der Lahn und der umgebenden Natur die touristischen Grundlagen, die es zu einem Gesamtpaket zusammenzuführen gilt. Das Ziel? Mehr als nur ein kurzfristiger Besuch – Aufenthalte von etwa einer Woche!

Wie kann das gelingen? Eine enge Zusammenarbeit zwischen Stadt, Einzelhandel, Gastronomie, Hotellerie und Kultur ist unerlässlich. Marco denkt dabei an kreative Veranstaltungen, die miteinander verknüpft werden, um den Gästen ein unvergessliches Erlebnis zu bieten. Ein Beispiel: Die Hochzeitsmesse, die im nächsten Jahr am selben Tag wie der Residenzmarkt stattfinden soll. Solche Event-Wochenenden könnten die Geschäfte und die gesamte Stadt beleben – und die Hotels profitieren ebenfalls, vor allem bei Veranstaltungen wie den Schlosskonzerten oder Theaterwochenenden.

Ein Blick auf die aktuelle Situation

Die Besucherzahlen in Weilburg sind zwar erfreulich, aber die Herausforderung bleibt: Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer beträgt derzeit nur etwa drei Tage. Tagungsgäste bleiben oft nur eine Nacht. Und trotz des schönen Ambientes, klagen manche Gäste über den Leerstand in der Innenstadt und vermissen Geschäfte, die Leben in die Stadt bringen würden. Es gibt bereits engagierte Akteure, die sich für die Stadt einsetzen, doch eine stärkere Koordination wäre wünschenswert.

Die Hotels, die besonders in der kälteren Jahreszeit viele Tagungsgäste und Wellness-Urlauber im Hotel Lahnschleife empfangen, möchten sich nicht nur auf diese Klientel verlassen. Es gibt auch eine wachsende Nachfrage aus den Benelux-Staaten, und die Hotels arbeiten aktiv mit Reiseportalen zusammen. Ein weiteres Ziel ist es, Erstbesucher in Stammgäste zu verwandeln. Doch dafür muss das Angebot in Weilburg und der Umgebung stimmen. Die Menschen wollen schließlich nicht nur im Hotel bleiben, sondern die Stadt und ihre Attraktionen erkunden.

Tourismus als Wirtschaftsfaktor

Der wirtschaftliche Aspekt des Tourismus in der Region ist nicht zu unterschätzen. Eine Studie, die im Rahmen des 1. Tourismusforums Lahn präsentiert wurde, zeigt, dass der Tourismus im Lahntal im Jahr 2025 einen Bruttoumsatz von etwa 1,4 Milliarden Euro generierte – ein bemerkenswerter Anstieg im Vergleich zu 893 Millionen Euro im Jahr 2021. Diese Zahlen sind nicht nur beeindruckend, sie unterstreichen auch die Bedeutung von Tourismus für die regionale Wirtschaft.

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Über 40 Millionen touristische Aufenthaltstage wurden erfasst, wobei mehr als 30 Millionen auf Tagesausflüge entfallen. Die wirtschaftliche Wertschöpfung aus dem Tourismus belief sich auf rund 664 Millionen Euro. Ein großer Teil davon entfällt nicht nur auf Hotels und Gastronomie, sondern auch auf den Einzelhandel und zahlreiche Dienstleistungen. Klar wird: Der Tourismus schafft Arbeitsplätze und generiert erhebliche Steuereinnahmen.

Die Stadt Weilburg hat das Potenzial, sich als attraktives Reiseziel weiterzuentwickeln. Ein vielfältigeres Angebot könnte die Aufenthaltsdauer verlängern und mehr Gäste anziehen. Veranstaltungen wie Krimi-Dinner oder Escape-Dinner im Schlosshotel bieten interessante Anreize, und auch für die lokale Bevölkerung sollen die Hotels durch Brunch-Angebote oder Familienfeiern eine Anlaufstelle sein.

Inmitten dieser aufregenden Entwicklungen ist eines sicher: Weilburg wird in den kommenden Jahren ein immer wichtigerer Akteur im Bereich Tourismus sein. Die Mischung aus Tradition, Natur und einem Hauch von Abenteuer könnte sich als genau das herausstellen, was die Region braucht!