Das Abenteuer auf hoher See – für viele ist eine Kreuzfahrt das Nonplusultra der Urlaubsreisen. Die Mischung aus Hotel, Freizeitpark und Transportmittel ist einfach verlockend. Man lässt den Alltag hinter sich und genießt den Luxus, der einem geboten wird. Mit Restaurants, Pools und einer Fülle von Aktivitäten an Bord, könnte man fast vergessen, dass die Schiffe auch mehrere Häfen anlaufen. Aber manchmal, ja manchmal, bleibt man einfach lieber auf dem Schiff.

Ein erfahrener Kreuzfahrer, der über 55 Kreuzfahrten unternommen hat und mehr als 100 Häfen rund um den Globus besucht hat, hat einige Häfen entdeckt, in denen es besser ist, an Bord zu bleiben. In diesen besonderen Fällen ist die Überfüllung, die starke Kommerzialisierung oder die Schwierigkeit der Erkundung oft der Grund, warum er das Schiff nicht verlässt. Und manchmal ist es einfach schöner, sich am Pool zu entspannen, als sich durch Menschenmengen zu kämpfen.

Costa Maya, Mexiko – Ein Freizeitpark unter freiem Himmel

Costa Maya ist ein Paradebeispiel für einen Hafen, der für Touristen gestaltet wurde. Hier findet man alles, was das Herz begehrt – Souvenirläden, Restaurants, Pools und sogar Tiererlebnisse. Doch der Autor empfindet diese Einrichtung als eher künstlich, wie ein Einkaufszentrum, das einfach am Meer plaziert wurde. Außerhalb des Hafens gibt es wenig Möglichkeiten zur Erkundung, es sei denn, man hat einen vorab organisierten Ausflug. Mahahual, ein kleines Dorf in der Nähe, ist zwar per Taxi erreichbar, doch ohne vorherige Planung kann es schnell frustrierend werden.

Nassau, Bahamas – Ein Paradies mit Menschenmassen

In Nassau, wo er mit der Utopia of the Seas anlegte, blieb der Autor an Bord und genoss die Annehmlichkeiten ohne die üblichen Menschenmassen. Strände und Resorts sind zwar in der Nähe, doch die harten Verkäufer und der Andrang am Hafen können einen leicht überfordern. An Tagen, an denen bis zu sechs Kreuzfahrtschiffe gleichzeitig anlegen, kann es chaotisch werden. Besser ist es, einen ResortPass für die nahegelegenen Hotels zu nutzen, um die Umgebung in Ruhe zu genießen.

Santorin, Griechenland – Schönheit mit Geduld

Santorin ist ein Traumziel, das jedoch nicht ohne Herausforderungen daherkommt. Die atemberaubende Landschaft zieht Tausende von Kreuzfahrtpassagieren an, und die Schiffe ankern vor der Küste. Passagiere müssen mit Tenderbooten zum Hafen gelangen und dann eine steile Seilbahn oder zahlreiche Treppen erklimmen. An Tagen mit mehreren Schiffen kann es zu langen Warteschlangen kommen. Der Autor empfiehlt, realistische Erwartungen zu haben und im Voraus zu planen, um die geschäftigen Straßen in Oia und Fira zu umgehen.

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Richards Bay, Südafrika – Industrie und Natur

Der Hafen von Richards Bay hat wenig Charme für Kreuzfahrtpassagiere. Als wichtiger Umschlagplatz für Kohleexporte ist er hauptsächlich industriell geprägt. Der Autor beschreibt seinen Landgang als wenig einladend, da man von einem Schotterparkplatz ohne Einrichtungen aus an Land geht. Die wahre Schönheit Südafrikas findet man erst in den Wildreservaten außerhalb der Stadt. Ein Ausflug in den Hluhluwe-iMfolozi-Park, wo Elefanten in freier Wildbahn zu sehen sind, kann das Erlebnis deutlich aufwerten.

Freeport, Grand Bahama Island – Wenig zu sehen

In Freeport ist das Hafengebiet stark industriell geprägt und bietet kaum fußläufig erreichbare Sehenswürdigkeiten. Der Autor fand die Einkaufsmöglichkeiten als begrenzt und die Transportmöglichkeiten kompliziert und teuer. Viele Passagiere bleiben lieber an Bord, wenn sie keinen Ausflug gebucht haben. Die empfohlenen Aktivitäten wie Strandaufenthalte oder Schnorchelausflüge erfordern oft eine vorherige Organisation, was die Entscheidung, an Bord zu bleiben, erleichtert.

Die Kreuzfahrtindustrie boomt. 2023 zählte man rund 31,7 Millionen Passagiere weltweit, und die Umsätze steigen in schwindelerregende Höhen. Allerdings ist der Preis für diesen Luxus oft hoch – nicht nur für die Umwelt, sondern auch für die besuchten Orte. Die meisten Kreuzfahrtschiffe nutzen Schweröl, das deutlich umweltschädlicher ist als Diesel und mit hohen CO₂-Emissionen verbunden ist. Man muss sich fragen, ob der Spaß auf dem Wasser wirklich das wert ist, was die Natur dafür bezahlen muss.

Es ist ein zweischneidiges Schwert, das Kreuzfahrtvergnügen. Während einige Häfen einen aufregenden Landgang bieten, gibt es auch viele Gründe, warum man lieber an Bord bleibt. Die Balance zwischen Erholung und Erkundung ist für viele eine Herausforderung – und manchmal ist es einfach am besten, die Welt von der bequemen Liege am Pool aus zu beobachten.