Reisen, das ist nicht nur ein Wort, es ist ein Gefühl, ein Abenteuer – und manchmal auch eine kleine Odyssee. So ergeht es Janis Köthe und Darleen Schadt aus dem Landkreis Kassel, die mit ihrem treuen VW-Bulli „Heinrich“ durch das bunte Kolumbien touren. Ursprünglich hatten sie sich vorgenommen, ein ganzes Jahr lang die Panamericana-Route zu erkunden. Doch vor gut drei Wochen kam alles anders. In einem kolumbianischen Dorf begegneten sie dem Straßenhund Chester, der sich schnell als ihr treuester Begleiter entpuppte. Was dann folgte, war mehr als nur eine Reise – es war eine Geschichte von Freundschaft und Entschlossenheit.

Chester, dieser kleine Fellball, wich Janis und Darleen tagelang nicht von der Seite und folgte ihnen sogar bei einer zwölf Kilometer langen Wanderung. Zuerst ließen sie ihn im Dorf zurück, aber als sie sahen, wie er dem Bulli hinterherlief, sprang das Herz des Paares über. Emotional berührt von Chesters Loyalität fuhren sie einige Stunden zurück, und siehe da – er war da, voller Freude, als ob er gewusst hätte, dass er nicht allein bleiben muss. Heute denkt das Paar intensiv darüber nach, wie sie Chester in ihr Leben integrieren können. Janis hat bereits bei seiner Arbeitgeberin nachgefragt, ob Chester später mit ins Büro kommen kann. Ein schöner Gedanke!

Ein Bulli voller Träume

Der VW T4 Syncro, den Janis 2019 kaufte und selbst ausbaute, ist mehr als nur ein Transportmittel. Mit einer kleinen Küche, in der sogar Brot gebacken werden kann, und allerlei liebevollen Details, wird der Bus für die beiden zum Zuhause auf Rädern. Nach etlichen Abenteuern in Europa, haben sie sich jetzt in Kolumbien niedergelassen und genießen die herzliche Gastfreundschaft und die atemberaubende Landschaft. Die Regenzeit zwang sie sogar dazu, den Bulli für rund 4000 Euro nach Cartagena an der kolumbianischen Karibikküste zu verschiffen – ein Abenteuer für sich, das mit mehr Verwaltungsaufwand und einem unerfreulichen Einbruch endete. Das sind die Herausforderungen, die das Reisen mit sich bringt.

In Kolumbien sind klassische Campingplätze rar gesät. Daher übernachten Janis und Darleen meist auf privaten Stellflächen, die sie über eine App finden. Mit einem Budget von etwa 1000 Euro pro Person und Monat finanzieren sie ihre Reise aus Ersparnissen. Und nach sechs Monaten in Kolumbien stehen sie immer noch voller Begeisterung und Entdeckergeist da. Sie haben bereits 5000 bis 6000 Kilometer zurückgelegt, ursprünglich waren sogar 20.000 bis 30.000 Kilometer geplant! Die Natur, die kulturellen Erlebnisse und die Menschen haben sie in ihren Bann gezogen.

Chester – ein neuer Mitreisender

Doch wie geht es mit Chester weiter? Ein Tierarzt hat mehrere gesundheitliche Probleme festgestellt, die wahrscheinlich aus seinem Leben auf der Straße resultieren. Diese sind behandelbar, aber sie verursachen zusätzliche Kosten – die Last eines Reisebudgets wächst. Das Paar hofft, rechtzeitig mit Chester nach Ecuador reisen zu können. Dort sind die nächsten Abenteuer geplant. Kolumbien verlassen müssen sie bald, da das Visum nur sechs Monate gültig ist. Ob sie den Bulli im Frühjahr nach Deutschland zurückbringen oder ihn vielleicht in Südamerika lassen, um später für eine längere Reise zurückzukehren, bleibt ungewiss.

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Für die Einreise nach Ecuador müssen sie sich zudem über die notwendigen veterinärmedizinischen Anforderungen informieren. Diese sind von Land zu Land unterschiedlich und beinhalten oft ein amtliches Gesundheitszeugnis, gültige Tollwutimpfung und eine Behandlung gegen Parasiten. In Ecuador benötigen sie ein offizielles Tiergesundheitszeugnis, das nicht älter als zehn Tage sein darf. In Kolumbien können sie sich über die Registrierung in SISPAP, den Antrag auf ein Gesundheitskontrollzertifikat und die Gebührenzahlung vorbereiten. Das Ganze erfordert eine sorgfältige Planung und Koordination, um sicherzustellen, dass alles reibungslos abläuft.

Abenteuer und Herausforderungen

Das Reisen mit Hund in Südamerika kann herausfordernd sein. Nicht nur die bürokratischen Hürden sind zu meistern, sondern auch die emotionalen. Janis und Darleen nehmen diese Herausforderungen jedoch mit einer positiven Einstellung an. Sie wissen, dass es wichtig ist, die Vorschriften jedes Landes zu prüfen, da ein Zeugnis für ein Land nicht automatisch für das nächste gilt. Für ihre Rückkehr nach Deutschland müssen sie auch die Regelungen in Bezug auf die Tollwutimpfung und eventuell erforderliche Titertests im Hinterkopf behalten. Aber das ist ein Thema für einen anderen Tag.

Auf Instagram teilen die beiden unter „@vanis.syncro“ ihre Erlebnisse und inspirieren damit viele andere Reisende. Ihre Geschichte ist eine schöne Erinnerung daran, dass Reisen nicht nur das Entdecken neuer Länder, sondern auch das Finden neuer Freunde bedeutet. Und vielleicht, nur vielleicht, wird Chester bald ein Teil ihrer Heimreise nach Deutschland sein.