MSC Poesia: Unerwartete Hafenfestsetzung sorgt für Ungewissheit bei Kreuzfahrtpassagieren
Die Karibik ruft! So war es zumindest geplant für die Passagiere der MSC Poesia, die sich am vergangenen Sonntag in Miami auf eine aufregende Kreuzfahrt begeben wollten. Doch der Traum vom tropischen Paradies verwandelte sich in eine unerwartete Wartezeit im Hafen, als die US Coast Guard das Schiff mit Anordnung festsetzte. Die genauen Gründe? Bislang ein großes Geheimnis. Weder die Behörde noch die Reederei haben konkrete Informationen herausgegeben. So bleibt den Reisenden nur die Hoffnung, dass sich die Situation bald klärt.
Das Kreuzfahrtschiff MSC Poesia, ein stolzes Exemplar der Musica-Klasse, wurde im Jahr 2008 in Saint-Nazaire gebaut. Mit einer Länge von 293,8 Metern und Platz für bis zu 3.223 Passagiere ist es nicht nur ein schwimmendes Hotel, sondern auch ein Ort der Begegnung und des Genusses. Laut Captain Frank Florio vom Coast Guard Sector Miami gibt es jedoch Mängel an den Bordsystemen, die bei einer Kontrolle durch das Port State Control Team aufgedeckt wurden. Um welche Mängel es sich handelt, bleibt im Dunkeln – die laufende Untersuchung lässt da keinen Raum für Spekulationen.
Die Umstände der Absage
Ursprünglich war die MSC Poesia auf Kurs nach Jamaika, Kolumbien, Panama, Costa Rica, Honduras und Belize, mit einer Rückkehr nach Miami am 12. November. Die Passagiere hatten bereits an Bord eingecheckt und sich auf die bevorstehenden Abenteuer gefreut. Doch die Realität sah anders aus. MSC Cruises bestätigte die Absage der Reise und versicherte, dass die Reisenden ihr Geld zurückerhalten und Unterstützung bei der Organisation ihrer Heimreise bekommen würden. Bis Donnerstag dürfen die Passagiere an Bord bleiben – eine kleine Gnade inmitten der Ungewissheit.
Die Gründe für das Festsetzen des Schiffes sind nicht nur eine bloße Formalität. Hafenstaatkontrollen, wie sie auch in Europa durchgeführt werden, dienen dem Schutz der Meeresumwelt und der Sicherheit von Schiffen. Diese Kontrollen sollen „Substandard-Schiffe“ identifizieren und verhindern, dass es zu schwerwiegenden Zwischenfällen kommt. Denn wer möchte schon bei einem Schiffsunglück mit verunreinigtem Wasser oder gar mit verschmutzten Stränden konfrontiert werden? Das Paris Memorandum of Understanding, das seit 1982 existiert, hat sich als rechtliche Grundlage bewährt und stellt sicher, dass international einheitliche Vorgaben für solche Kontrollen gelten.
So bleibt die MSC Poesia vorerst im Hafen gefangen, während die zuständigen Stellen mit der Reederei zusammenarbeiten, um die Mängel zu beheben. Ein wenig Geduld ist gefragt, vielleicht sogar ein bisschen Fernweh! Wer weiß, vielleicht wird die nächste Reise umso schöner, wenn sie endlich realisiert werden kann.
