Das Abenteuer begann für die drei Freunde Mathias Burger, Lukas Brummer und Florian Meir in Affaltern. Mit ihren alten Bulldogs, das sind Traktoren aus einer Zeit, als alles noch ein bisschen gemächlicher zuging, machten sie sich auf, um die Ostsee zu erreichen. Im August, während andere vielleicht im Urlaub am Strand lagen, starteten sie ihre Reise zu einem Oldtimertreffen im schleswig-holsteinischen Krokau. Und das war kein kurzer Trip – vier Wochen lang tuckerten sie über mehr als 2.000 Kilometer, eine Strecke, die mehr als nur einen Kilometer pro Tag bedeutete! Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 19 km/h blieb viel Zeit zum Staunen und Erleben.

Auf ihrer Hinfahrt, die sie in neun Etappen durch malerische Landschaften führte, passierten sie zahlreiche Städte und Dörfer. Nach etwa 100 Kilometern in Dinkelsbühl gab es dann plötzlich ein Problem: Meirs Fendt F 225 GT, Baujahr 1963, fiel wegen einer defekten Batterie aus. Doch wie es der Zufall wollte, fand ein hilfsbereiter Landwirt schnell eine Lösung und organisierte am selben Abend Ersatz. Am nächsten Morgen brachte ein Landmaschinenhändler sogar eine neue Batterie und besuchte die Reisenden zum Frühstück! So geht ländliche Gastfreundschaft, oder? Und das war nur der Anfang ihrer kleinen Pannenserie, denn das mitgeführte Werkzeug kam immer wieder zum Einsatz. Autofahrer, die hinter den Bulldogs feststeckten, zeigten sich oft ungeduldig – die moderne Welt hat offensichtlich wenig Verständnis für Nostalgie.

Übernachtungen und neue Bekanntschaften

Ein weiterer Teil ihres Abenteuers war die Suche nach Übernachtungsplätzen. Hier half ihnen die App „Landvergnügen“, die es ihnen ermöglichte, auf Bauernhöfen, Weingütern und Käsereien für eine Nacht kostenlos zu übernachten. Mit Schlafanhängern und einem Wohnwagen ausgestattet, konnten sie so jeden Abend neue Gastgeber kennenlernen. Die Route führte sie durch Bayern, Hessen, Thüringen und Niedersachsen. In Thüringen waren sie besonders positiv überrascht und besuchten sogar ein Grenzmuseum. Die Reise war nicht nur eine geografische, sondern auch eine emotionale Entdeckungstour für Lukas, der in Krokau seine Kindheitserinnerungen wiederbelebte. Die vertrauten Straßen und der erste Blick auf die Ostsee waren für ihn ein ganz besonderes Erlebnis.

In Laboe am Ostufer der Kieler Förde hielten sie inne, um ein Erinnerungsfoto mit ihren Traktoren zu schießen. Nach einem herzlichen Empfang bei Gerd und Tine, einer Familie aus dem Oldtimerverein, verbrachten sie eine Woche voller Grillabende und Lagerfeuergespräche. Aus diesem Aufenthalt entstand eine neue Freundschaft, die weit über das Oldtimertreffen hinausgeht. Und bei diesem Treffen waren die Bulldogs aus Bayern mit ihren Augsburger und Dillinger Kennzeichen eine wahre Attraktion – in der Region waren solche Fahrzeuge eher selten. Manch einer der Besucher vermutete sogar, die Traktoren seien nur die letzten zehn Kilometer gefahren und sonst per Tieflader transportiert worden!

Die Rückreise und die Erkenntnisse

Auf der Rückfahrt machten die drei Freunde einen Zwischenstopp in Sachsen-Anhalt, bevor sie wieder nach Hause fuhren. Die gesamte Reise vermittelte ihnen ein starkes Bewusstsein für die Freiheit, in Deutschland zu reisen. Es ist nicht nur ein Privileg, sondern auch eine Möglichkeit, die eigene Geschichte und die der Region zu entdecken. Oldtimer-Traktorentreffen sind nicht nur für Liebhaber von Technik und Handwerk interessant; sie zeigen auch die Entwicklung der Landwirtschaft und das Erbe ländlicher Geschichte. Sammler und Vereine arbeiten Hand in Hand, um diese Veranstaltungen zu organisieren, bei denen oft alte Landmaschinen, Mähdrescher und Dampfpflüge ausgestellt werden. Es ist eine nostalgische Zeitreise, die viele Familien mit einem Ausflug verbinden.

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Falls jemand von euch auf den Geschmack gekommen ist, eine solche Reise selbst zu unternehmen, sollte er die Termine für Oldtimerveranstaltungen im Blick behalten. Die Saison 2026 steht vor der Tür, und viele Vereine veröffentlichen ihre Programme erst wenige Wochen vorher. Auch die Anreise mit Wohnmobil oder im Konvoi erfordert etwas Planung, um Parkplätze und Zufahrten rechtzeitig zu klären. Es gibt viele tolle Unterkünfte in Regionen wie Dorum-Neufeld, Norddeich, Rothenburg ob der Tauber und Berlin, die sich bestens mit solchen Veranstaltungen verbinden lassen. Es gibt also viele Möglichkeiten, die Faszination für alte Traktoren und die ländliche Kultur zu erleben.