Die Seefahrt bringt nicht nur Abenteuer, sondern manchmal auch unerwartete Wendungen. So erging es den Passagieren der „Mein Schiff 3“, die sich auf eine aufregende Kanaren-Reise gefreut hatten. Doch nach einer Kollision beim Auslaufen in Bremerhaven wurde die Fahrt jäh gestoppt. Am Sonntag nachmittag, während das Schiff bei stürmischem Wetter in See stechen wollte, erfasste eine Sturmböe das große Kreuzfahrtschiff und es kam zu einem Zusammenstoß mit zwei Containerschiffen. Glücklicherweise gab es keine Verletzten unter den 2.428 Gästen und 922 Crew-Mitgliedern an Bord. Aber der Vorfall hinterließ nicht nur einen Schock, sondern auch erhebliche Schäden.

Die Kollision war dramatisch. Augenzeugenvideos zeigen, wie die „Mein Schiff 3“ sich dem an der Kaimauer liegenden Containerschiff näherte. Trotz der Unterstützung durch Schlepper, die versuchten, das Schiff von der Kaje wegzudrücken, war es nicht genug. Ein erster Aufprall gegen ein kleineres Containerschiff verursachte nur geringen Sachschaden, doch dann driftete das Kreuzfahrtschiff weiter und rammte ein größeres Frachtschiff. Dabei entstand ein zehn Meter langer Riss, der das Containerschiff schwer beschädigte. An der „Mein Schiff 3“ selbst wurden Rettungsboote, deren Kräne und die Außenhaut in Mitleidenschaft gezogen. Ein Gesamtschaden, der von der Polizei als erheblich eingestuft wurde.

Folgen und Reaktionen

Die „Mein Schiff 3“ liegt nun an der Pier in Bremerhaven, und TUI Cruises hat angekündigt, dass das Schiff in einer Werft repariert werden muss. Die Kanaren-Reise wurde offiziell abgesagt, und alle Passagiere wurden aufgefordert, das Schiff zu verlassen. Das bedeutet für viele: Aufbruch in die Ungewissheit. Busse und Taxis stehen bereit, um die Reisenden zu ihren Autos oder zum Bahnhof zu bringen. Einige unglückliche Passagiere äußerten sich kritisch über die Kommunikation von TUI Cruises, da die offizielle Absage erst am Montagmorgen verkündet wurde.

Die Ermittlungen laufen, und gegen den Kapitän wurde ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet. Die Wasserschutzpolizei prüft, ob er gegen seine Sorgfaltspflicht verstoßen hat. Das ist ein weiterer dicker Brocken, der auf die TUI Cruises und die betroffenen Passagiere zukommen könnte. Während die „Mein Schiff 3“ bleibt, wo sie ist, blicken die Reisenden auf die zukünftigen Erlebnisse, die ihnen nun verwehrt bleiben. Stürmischer Wind und unvorhersehbare Wellen, die das Abenteuer in eine unerwartete Richtung lenkten. Manchmal ist das Leben auf See einfach nicht vorhersehbar – und das gilt auch für die Kreuzfahrtpläne, die nun in die Brüche gegangen sind.