Die EU hat sich mit ihrer neuen „Nachhaltigen Tourismusstrategie“ auf eine spannende Reise begeben. Mit dem Ziel, Reisende in weniger bekannte Städte und Regionen zu lenken, soll der Massentourismus ein gebremst werden. Überfüllte Plätze in Florenz oder Venedig – das muss nicht sein! Stattdessen stehen historische Städte, beeindruckende Industrielandschaften und versteckte ländliche Juwelen auf der Liste, die es zu entdecken gilt. Das klingt doch nach frischem Wind in der Tourismusbranche, oder?

Die Strategie will die touristischen Ströme neu lenken. Wer denkt, dass Reisen durch Europa nur für die großen Metropolen wie Paris oder Rom gedacht ist, der irrt sich. Die EU plant neue grenzüberschreitende Reiserouten und will es Reisenden einfacher machen, mit Mietwagen oder öffentlichen Verkehrsmitteln von Ort zu Ort zu gelangen. Dabei wird auch der Fokus von „Quantität zu Qualität“ verschoben. Statt nur schnell viele Touristen zu empfangen, soll es darum gehen, den Besuch in einer Region wirklich zu genießen. Das hat auch Olaf Bentlage vom Deutschen Tourismusverband erkannt, der in den international weniger bekannten ländlichen Regionen Deutschlands großes Potenzial sieht.

Gemeinsam auf Entdeckungsreise

Die EU-Kommission verfolgt mit ihrem Ansatz die Idee der „Europäischen Entdeckungsrouten“. Diese sollen Städte und Regionen zusammenbringen und gemeinsame Reisewege entwickeln, um die touristische Attraktivität zu steigern. Ein gutes Beispiel hierfür ist die „Europäische Route der Industriekultur“. Sie verbindet ehemalige Zechen, Fabriken und Technikmuseen aus mehreren Ländern und gibt dem Touristen die Möglichkeit, in die Geschichte Europas einzutauchen.

Doch nicht nur neue Routen stehen auf dem Plan. Die Strategie hat auch die Umwelt im Blick. Emissionen im Tourismussektor sollen reduziert und Ressourcen effizient verwaltet werden. Das klingt nach einer Win-win-Situation für Reisende und die Umwelt. Die Europäer zeigen sich als große Reisefans – 2024 besuchten rund 758 Millionen Menschen den Kontinent – aber das hat seinen Preis. Die Infrastruktur und die natürlichen Ressourcen stehen unter Druck, besonders in den beliebten Urlaubsregionen Spaniens, Frankreichs, Deutschlands und Italiens.

Auf dem Weg zur Nachhaltigkeit

Eine weitere spannende Entwicklung ist, dass die EU plant, die grenzüberschreitende Nutzung von Mietwagen bis 2027 zu vereinfachen. Derzeit fallen bei Fahrten durch mehrere EU-Länder oft zusätzliche Gebühren an. Das schreckt viele Reisende ab und macht die Planung kompliziert. Zudem wird ein Gesetz angestrebt, das die Buchung und Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel in verschiedenen Ländern einfacher gestalten soll – denn das ständige Wechseln zwischen verschiedenen Tarifen ist nicht gerade das, was man sich im Urlaub wünscht.

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Natürlich ist die Frage der Finanzierung noch offen, und die EU hat keinen eigenen Fördertopf angekündigt. Stattdessen verweist sie auf etwa 18 Milliarden Euro aus bestehenden Programmen, die in den Tourismus fließen. Das klingt vielversprechend, doch wie konkret die neuen Routen organisiert werden, bleibt abzuwarten. Die EU hat zwar keine direkte Gesetzgebungskompetenz für den Tourismus, aber über verwandte Politikbereiche kann sie durchaus Einfluss nehmen. Regelungen wie „ReFuelEU Aviation“ oder das geplante Einreise-/Ausreisesystem könnten die Kosten und Abläufe für Reisende erheblich verändern.

Ein Blick auf die Daten

Ein Blick in die Zahlen zeigt, dass der Tourismussektor einen erheblichen Beitrag zur Bruttowertschöpfung der EU leistet. Die Tourismusstatistik sorgt dafür, dass wir einen umfassenden Überblick über das Tourismusniveau und dessen Trends behalten. Dabei wird untersucht, welche Regionen bei internationalen Reisenden besonders beliebt sind und wie viele Europäer ihren Urlaub im eigenen Land verbringen. Die Daten beruhen unter anderem auf Vereinbarungen mit Plattformen wie Airbnb und Booking.com, was die Transparenz und Nachvollziehbarkeit im Tourismussektor erhöht.

Ob man nun ein Fan von überfüllten Touristenzielen oder verborgenen Schätzen ist, die neue Strategie der EU verspricht eine spannende Entwicklung für Reisende in den kommenden Jahren. Es bleibt zu hoffen, dass diese Veränderungen nicht nur die Reisenden, sondern auch die lokalen Gemeinschaften unterstützen und die wertvollen kulturellen und natürlichen Güter unseres Kontinents bewahren.