Die „Gorch Fock“ ist zurück – nach 165 Tagen auf See, einem Abenteuer über den Atlantik und einer Rückkehr durch die malerische Kieler Förde. Rund 100 Stammbesatzungsmitglieder und 217 Offizieranwärterinnen und -anwärter haben auf dieser Reise nicht nur ihre Seefahrerfähigkeiten geschärft, sondern auch außergewöhnliche Erfahrungen gesammelt. Diese Reise, die Kommandant Kapitän zur See Elmar Bornkessel als eine der größten der vergangenen Jahrzehnte bezeichnet, war ein echtes Highlight für alle an Bord. Und jetzt, wo das Schiff wieder in Kiel liegt, kann man nur erahnen, welche Geschichten die jungen Leute mit nach Hause bringen.

Die „Gorch Fock“ hat eine besondere Geschichte. Sie wurde 1958 in Dienst gestellt und ist damit das neuere Schwesterschiff der ursprünglichen „Gorch Fock“, die 1933 vom Stapel lief. Der Heimatort des stolzen Schiffs ist Kiel, wo es an der Gorch-Fock-Mole festmacht. Das Schiff ist als Bark getakelt und hat im Laufe der Jahre eine beeindruckende Bilanz vorzuweisen: 741.106 Seemeilen, 439 Hafenbesuche und das Antreffen in über 60 Hoheitsgebieten. An Bord wird nicht nur das Segeln gelehrt – die Offizieranwärter erleben eine einzigartige Kombination aus Ausbildung und persönlicher Entwicklung.

Die Rückkehr und die Highlights der Reise

Die Reise umfasste unter anderem die Teilnahme an Feierlichkeiten zum 250. Jahrestag der USA in New York, wo die „Gorch Fock“ im Namen Deutschlands segelte. Ein besonderes Highlight war der Gewinn der Five-Sisters-Trophy, die nach fast 50 Jahren wiederbelebt wurde. Hierbei trat die „Gorch Fock“ gegen ihre Schwesterschiffe an – und das nicht ohne ein wenig taktisches Geschick. Bornkessel und sein Team wählten die kürzeste Strecke und setzten auf die Erfahrung der Crew, um in den teils herausfordernden Bedingungen zu bestehen.

Die Segelcrew und die Kadetten, die in Hängematten schlafen und auf engem Raum leben, erleben an Bord eine Ausbildung, die sie auf die Herausforderungen des Marinelebens vorbereitet. Sie lernen, Verantwortung zu übernehmen und sich in eine Gemeinschaft einzuordnen, während sie gleichzeitig die Schönheit der Seefahrt genießen. Es ist ein raues, aber auch bereicherndes Leben – voller Abenteuer, Teamgeist und der unbändigen Kraft des Meeres.

Umbauten und die Zukunft der „Gorch Fock“

In den letzten Jahren hat das Schiff eine umfassende Sanierung durchlaufen. Zwischen 2015 und 2021 wurde es für 135 Millionen Euro umgebaut. Dabei wurden nicht nur die technischen Systeme modernisiert, sondern auch die Lebensbedingungen für die Besatzung verbessert. Trotzdem blieben die grundlegenden Ausbildungsbedingungen erhalten – das ist Tradition und Teil des Charmes der „Gorch Fock“. Die Takelage und der Rumpf sind nahezu unverändert, was das Gefühl der Seefahrt authentisch bleibt.

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Das Schiff ist für die Marine nicht nur ein Schulschiff, sondern auch ein Botschafter Deutschlands auf den Weltmeeren. Die Ausbildung wird wissenschaftlich untersucht, um sicherzustellen, dass die Offizieranwärter bestmöglich auf ihre zukünftigen Herausforderungen vorbereitet sind. Auch wenn die Konkurrenz um Nachwuchs in der Marine gewachsen ist, bleibt das Interesse an einer Karriere auf der „Gorch Fock“ ungebrochen. Schließlich ist es nicht nur ein Beruf, sondern eine Berufung – und das spürt man an Bord in jedem einzelnen Moment.

Die „Gorch Fock“ ist mehr als nur ein Segelschulschiff. Sie ist ein Symbol für Tradition, Ausbildung und den unbändigen Geist der Seefahrt. Mit jedem Törn und jeder Reise schreibt sie neue Geschichten, die die nächste Generation von Offizieranwärtern prägen werden. Und so wird sie auch weiterhin durch stürmische Gewässer segeln, während sie unzählige junge Menschen auf ihrem Weg ins Leben begleitet.