Die Sonne brennt auf Mallorca, die Luft ist erfüllt von dem Duft nach Sangria und der Musik aus den Bars am Strand. Hier, wo die Party niemals zu enden scheint, treffen sich die Figuren aus Bora Dağtekins Komödie „Der perfekte Urlaub“ (2026) erneut. Nach dem Erfolg von „Das perfekte Geheimnis“ ist die Fortsetzung seit dem 22. Oktober in den Kinos und hat bereits mehr als eine Million Zuschauerinnen und Zuschauer begeistert. Das ist schon eine Hausnummer, oder?

Die Geschichte setzt einige Monate nach dem ersten Teil an und entfaltet sich in einem toxischen Beziehungsgeflecht, das alles andere als harmonisch ist. Alte Wunden brechen auf, während die Charaktere – unter anderem gespielt von Karoline Herfurth, Jella Haase, Elyas M’Barek und Florian David Fitz – sich gegenseitig verletzen und manipulieren. Florian David Fitz brilliert dabei als Mathelehrer Peter, der sich inzwischen als schwul geoutet hat. Seine Freunde wollen ihm zeigen, wie sie sich ein „schwules Leben“ vorstellen – und dabei fliegen die Klischees nur so durch die Luft. Das sorgt für einige Lacher, auch wenn die Komik oft aus dem Verhalten seines Umfelds entsteht. Peters Figur bleibt dabei eher zurückhaltend, was für einige Diskrepanzen sorgt.

Ein bunter Mix aus Klischees und Humor

Die Kritiken zum Film sind, naja, sagen wir mal, gemischt. Während kinofans.com den Film mit 4 von 5 Sternen als gelungene Fortsetzung mit treffsicheren Gags und starker Ensemble-Chemie lobt, gibt es auch Stimmen, die der Komödie nur 4 von 10 Punkten geben. Das ist schon ein harter Schlag. Mucke-und-mehr.de bemängelt, der Film unterhalte nur mäßig und bediene Klischees, die einfach nicht neu sind. Und Oliver Armknecht von film-rezensionen.de beschreibt den ersten Teil als überflüssig und die Fortsetzung als noch schlechter – ouch!

Und die Kritiker haben recht, wenn sie sagen, dass die Komödie stark mit den Stereotypen arbeitet, die sie eigentlich entlarven möchte. Anna Wollner von ndr.de kritisiert die „laut und vulgäre“ Darstellung und verweist auf die Ballermann-Niveau-Atmosphäre, die durch die Clubsong-Elemente verstärkt wird. Christoph Petersen von filmstarts.de hat immerhin im letzten Drittel emotionale Tiefe beobachtet, als sich die Beziehungskonflikte zuspitzen. Es bleibt also spannend, wie der Film bei der breiten Masse ankommt.

Ein Blick hinter die Kulissen

Bora Dağtekin, der Regisseur und Drehbuchautor, ist kein Unbekannter in der deutschen Film- und Serienlandschaft. Geboren am 27. Oktober 1978, hat er mit Werken wie „Fack ju Göhte“ und „Türkisch für Anfänger“ ein breites Publikum erreicht. Seine Fähigkeit, Humor mit ernsten Themen zu verknüpfen, zeigt sich auch in „Der perfekte Urlaub“. Doch die Frage bleibt: Hat er mit dieser Fortsetzung das richtige Gespür für die Zeit getroffen?

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Mit einer Länge von 117 Minuten richtet sich der Film an ein Publikum ab 12 Jahren. Ob das jüngere Publikum tatsächlich die gleiche Freude daran hat wie die älteren Semester, bleibt abzuwarten. Die Mischung aus lauten Gags, stereotypen Darstellungen und dem unverwechselbaren Flair der deutschen Urlaubskultur könnte sowohl für Lacher als auch für kritische Blicke sorgen.

So oder so – der perfekte Urlaub wird nicht jeder Meinung gerecht. Aber vielleicht ist das gerade der Reiz, der die Zuschauer ins Kino zieht. Wer weiß, vielleicht wird der Film ja doch ein Hit auf Mallorca – und darüber hinaus. Schließlich bleibt die Sehnsucht nach dem perfekten Urlaub immer bestehen. Und wo könnte man das besser erleben als in einer Komödie, die genau an diesem Punkt ansetzt?