Es war ein ganz normaler Mittwochabend, als das Kreuzfahrtschiff „Hondius“ von Kap Verde in Richtung der Kanarischen Inseln aufbrach. Die Vorfreude auf die bevorstehenden Tage auf See war groß, und die Passagiere freuten sich auf die Erkundung neuer Horizonte. Doch dann kam die Nachricht, die alles veränderte: Ein Ausbruch des Hantavirus wurde auf dem Schiff festgestellt. Die Stimmung an Bord drehte sich schlagartig um, und die Sorgen der Passagiere wuchsen. (Quelle)

Rückflüge für die betroffenen Passagiere – darunter auch Deutsche – sind bereits in Planung. Der spanische Innenminister Fernando Grande-Marlaska ließ verlauten, dass Rückführungsflüge nach Frankreich, Deutschland, Belgien, Irland und in die Niederlande organisiert werden. Das Robert Koch-Institut empfiehlt eine Quarantäne von sechs Wochen nach der letzten möglichen Exposition. Die Passagiere, die in versiegelten Fahrzeugen zum Hafen von Granadilla transportiert werden, müssen ihre Koffer an Bord lassen – nur leichtes Handgepäck ist erlaubt. Es wird alles getan, um die Sicherheit der Bevölkerung auf Teneriffa zu gewährleisten, die als gering eingeschätzt wird.

Der Umgang mit der Situation

Die „Hondius“ wird am Sonntagmorgen zwischen 4.00 und 6.00 Uhr Ortszeit in Teneriffa erwartet, und die Ausschiffung der Passagiere beginnt bei Tageslicht. Alle Passagiere werden auf Krankheitssymptome geprüft. Ganz vorne stehen dabei 14 Spanier, die zuerst zum Flughafen Teneriffa Süd gebracht werden, um nach Madrid zu fliegen. Angehörige derselben Nationalität werden mit kleinen Booten an Land gebracht. Die ganze Situation ist für viele sehr belastend, vor allem für die Angehörigen der verstorbenen Deutschen, deren Leichnam an Bord bleiben muss.

Ein weiterer Aspekt, den man nicht vergessen sollte: Der Hantavirus ist nicht mit COVID-19 vergleichbar! Dies betont auch WHO-Direktor Tedros Adhanom Ghebreyesus. Es gibt zwar sechs bestätigte Hantavirus-Fälle und zwei Verdachtsfälle, doch das Risiko einer Epidemie wird als sehr gering eingeschätzt. Das Andes-Virus, welches den Ausbruch auf dem Schiff auslöste, kann in seltenen Fällen sogar von Mensch zu Mensch übertragen werden, jedoch sind solche Fälle extrem selten.

Eine Geschichte, die weitergeht

Der Ursprung des aktuellen Hantavirus-Ausbruchs wird nicht in der argentinischen Provinz Tierra del Fuego vermutet, sondern das Schiff hatte zuvor bereits andere Stationen angefahren. Der Ausbruch auf der „Hondius“ ist nicht der erste seiner Art; bereits im April 2026 kam es zu einem ähnlichen Vorfall in Spitzbergen, bei dem sich das Virus ebenfalls auf einem Kreuzfahrtschiff ausbreitete. Damals gab es mehrere Todesfälle und zahlreiche Infizierte. Das hat uns allen klar gemacht, wie wichtig die Gesundheitsvorkehrungen und die schnelle Reaktion der Gesundheitsbehörden sind.

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Die WHO koordiniert die Maßnahmen, und das ECDC hat das Risiko für die Allgemeinbevölkerung im EU-/EWR-Raum als sehr gering eingestuft. Es ist beruhigend zu wissen, dass die Behörden eng zusammenarbeiten, um die Passagiere bestmöglich zu betreuen und die Ausbreitung des Virus zu verhindern. Die Rückführung der Passagiere in ihre Heimatländer wird koordiniert, und es gibt ein bundesweites Expertennetzwerk in Deutschland, das sich mit hochpathogenen Erregern beschäftigt. Hier gibt es weitere Informationen vom RKI.

Obwohl die Situation angespannt ist und viele Fragen offen bleiben, hoffen wir, dass die betroffenen Passagiere sicher in ihre Heimat zurückkehren können und dass sich die Lage bald wieder beruhigt. Das Meer wartet – und vielleicht ist das nächste Abenteuer nur einen Schiffswechsel entfernt.