Heute ist der 14.05.2026 und ich möchte mit euch über ein Thema sprechen, das in der Reisewelt oft für Verwirrung sorgt: die Wahrnehmung der Deutschen durch andere Nationen. Es ist irgendwie lustig, dass wir hierzulande unseren eigenen Ruf im Ausland oft ganz anders sehen als unsere Nachbarn. Eine Umfrage des britischen Finanzdienstleisters Remitly, die im März 2026 durchgeführt wurde, zeigt, dass der internationale Ruf der Deutschen besser ist, als wir selbst glauben. Über 4600 Personen aus 26 Ländern wurden befragt und das Ergebnis ist wirklich überraschend: Deutschland wird als eine der fünf höflichsten Nationen angesehen – hinter Japan, Kanada, Großbritannien und China. Das klingt doch schon mal gut, oder?
Auf der anderen Seite sieht die Selbsteinschätzung der Deutschen ganz anders aus. Wir landen bei der Höflichkeit nur auf Rang 21! Was ist da los? Laut der Umfrage schätzen andere uns für unsere direkte Kommunikation, unseren Respekt, unsere Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und Rücksichtnahme. Das sind alles Eigenschaften, die wir als Deutsche sehr ernst nehmen. Aber wenn es um Freundlichkeit geht, sieht die Sache schon anders aus: Hier landen wir auf dem letzten Platz. Komischerweise scheint freundlicher Smalltalk in unserer Kultur nicht so verbreitet zu sein. Die fünf freundlichsten Nationen sind übrigens Kanada, Brasilien, Australien, Japan und Spanien – Länder, in denen Smalltalk mehr zur Tagesordnung gehört. Ein interessanter Aspekt, der vielleicht auch die kulturellen Unterschiede verdeutlicht!
Kulturelle Unterschiede und Wahrnehmungen
Die Deutsche Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) hat ebenfalls Umfragen zur Wahrnehmung der Deutschen im Ausland durchgeführt. Dabei zeigt sich, dass unsere Ordnungsliebe, Pünktlichkeit und Disziplin zwar geschätzt, aber nicht immer gemocht werden. Lustige Anekdoten aus anderen Ländern zeigen, dass wir manchmal als „zu ordentlich“ gelten – das hat ein chinesischer Befragter gesagt. Ein Südamerikaner hat sogar bemerkt, dass wir beim Tanzen Schwierigkeiten mit Abweichungen von gelernten Schrittfolgen haben. Und ein Kolumbianer hat uns als „engstirnig“ beschrieben, was uns zeigt, dass wir in informellen Situationen oft Schwierigkeiten haben, uns locker zu machen. Ich meine, das ist schon eine interessante Sichtweise!
Doch wie sieht es im Alltag in Deutschland aus? Laut einer Umfrage empfinden nur 61% der Befragten in Hamburg ihren Alltag als höflich. In Bremen sind es sogar nur 36%. Der Straßenverkehr scheint ein heißes Pflaster zu sein: Ganze 61% der Befragten sehen hier Unhöflichkeit, während am Arbeitsplatz nur 15% das Problem als ernsthaft empfinden. Das zeigt, dass wir zwar im internationalen Vergleich gut dastehen, aber im eigenen Land manchmal noch an uns arbeiten müssen.
Direkte Kommunikation und Höflichkeit
Ein weiterer interessanter Punkt ist die Dissertation von Iris Wangermann, die sich mit in-/direkter Kommunikation und Höflichkeit in Deutschland, Österreich und Italien beschäftigt. Die Autorin hat herausgefunden, dass es deutliche Unterschiede in der Wahrnehmung von Höflichkeit und der Bewertung direkter Kommunikation gibt. Besonders spannend ist, dass die österreichische Kommunikation als direkter gilt als die deutsche oder italienische. In Italien hingegen ist man oft indirekter, um Gesichtsverlust zu vermeiden. Solche kulturellen Unterschiede können das Miteinander im Urlaub oder bei Geschäftsreisen stark beeinflussen. Man fragt sich, wie viele Missverständnisse schon durch unterschiedliche Kommunikationsstile entstanden sind!
Das Thema Höflichkeit und Kommunikation ist also vielschichtig und lässt sich nicht so einfach abhandeln. Es zeigt, dass wir, auch wenn wir im internationalen Vergleich oftmals gut dastehen, in unserer eigenen Wahrnehmung noch viel Raum für Verbesserung haben. Vielleicht sollten wir uns öfter daran erinnern, dass der erste Eindruck zählt – und manchmal ist ein kleiner, freundlicher Smalltalk der Schlüssel zu einem gelungenen Gespräch!